Weltweihnachtscircus Stuttgart – Stuttgart, Cannstatter Wasen – 6. Dezember 2018 bis 6. Januar 2019

Weltweihnachtscircus Stuttgart – Stuttgart, Cannstatter Wasen – 6. Dezember 2018 bis 6. Januar 2019

Kompletter Zirkus aus dem Bauch heraus

Stuttgarter Nachrichten, 15.12.2004

Premiere beim Weltweihnachtszirkus auf dem Cannstatter Wasen
von Klaus Eichmüller

Davon kann selbst Dirk Nowitzki nur träumen. Keiner der hoch bezahlten Basketballstars in der NBA kann den Ball rückwärts und im Sitzen in den Korb stopfen. Beim Weltweihnachtszirkus gelingt nicht nur dieses Kunststück gleich dutzendfach.

So, das Dutzend ist voll. Der Weltweihnachtszirkus gibt sein zwölftes Gastspiel in der Stadt. Bei der Premiere auf dem Wasen wurde am Dienstagabend klar, dass ein erfolgreicher Zirkus nicht unbedingt eine spektakuläre Nummer nach der anderen abspulen muss, um mitzureißen.

Nachdem in früheren Jahren manchmal der Schwerpunkt der Nummern zu einseitig im Luftraum unterm Zeltdach oder in asiatischer Körperverbiegerei gesetzt wurde, bietet der Weltweihnachtszirkus nun wieder
eine ausgewogene Palette zirzensische Künste. Die Mischung macht's. So kann getrost mal eine etwas schwächere Nummer im Disconebel oder unterm Klangteppich dröhnender Begleitmusik verschwinden.
Als Anheizer für unterhaltsame drei Stunden radeln die Jungs der King-Charles-Truppe in die Manege. Auf Einrädern wirbeln sie durcheinander und zaubern dabei mit dem Basketball. Schnell und immer schneller dreht sich der sportliche Kreisel, laut und immer lauter gellen Schreie und Pfiffe. Und mit traumwandlerischer Sicherheit findet der Ball fast immer in den Korb.

Klein, aber herzerfrischend fein ist eine zweite Einradnummer, bei der die Farellos mit einem Augenzwinkern zeigen, wie man Treppen überwindet und sich gleichzeitig unnützer Kleidungsstücke entledigt.
Für einen optischen Leckerbissen sorgen die Hula-Hoop-Mädchen vom Großen Chinesischen Staatszirkus, die den Reifen auch auf der Zehenspitze einer Dreierpyramide kreisen lassen. Im Laufe des Gastspiels will sich die Chinesin Li Ming sogar ins Guinness-Buch schlängeln. Ob dann 280 Reifen an dieser schmalen Taille Halt finden?
Kein Halten mehr gibt es beim Dialog von Willer Nocolodi mit sich selbst, seinem nikotinsüchtigen Raben und seinem unerlaubten Streicheleinheiten abgeneigten Hündchen. Wenn dann der Bauchredner seinen Gesprächskreis gar zum Quartett aufstockt, trampelt das Publikum vor Vergnügen.

Statt eines tierischen Höhepunkts bietet der Weltweihriachtszirkus gleich zwei. Für den einen zeichnet Geraldine Katharina Knie mit ihrer spielerisch leichten Freiheitsdressur verantwortlich. Unter ihrer Regie formieren sich Friesen, Lipizzaner und Palominos zu immer neuen Arabesken.

Den König der Löwen, umringt von seinem Harem und vier Tigern, bringt Alexander Lacey in die Manege. Der prächtige Pascha gibt sich gelassen, er lässt den Dompteur tief in seinen Rachen schauen. Und sogar die Tatsache, dass er für zwei Tiger das Turngerät spielen muss, geht ihm am verlängerten Rücken vorbei. Eine Majestät eben.

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