Weltweihnachtscircus Stuttgart – Stuttgart, Cannstatter Wasen – 5. Dezember 2019 bis 6. Januar 2020

Weltweihnachtscircus Stuttgart – Stuttgart, Cannstatter Wasen – 5. Dezember 2019 bis 6. Januar 2020

Ein Festmenü der Zirkuskunst

Weltweihnachtscircus gestartet

Der Weltweihnachtscircus hat am Mittwoch abend auf dem Wasen Premiere gefeiert. Die Stuttgarter dürfen sich auf ein Feuerwerk der Zirkuskunst freuen.
In welchem Zirkus sieht man einen vierfachen Salto, diesen Traum jedes Luftartisten, gleich in der ersten Nummer? Henk van der Meyden, Zirkusproduzent aus Den Haag, macht's möglich: Er hat für die Stuttgarter wieder ein zirzensisches Mahl zusammengestellt, das nun auf die Genießer wartet.

Van der Meyden ist vernarrt in die Zirkuskunst, und der Patron hat wie immer für die Zutaten des Menüs gesorgt. Der Mann am Herd, sprich der Regisseur am Manegenrand, macht aber das Menü erst zum Genuß: Patrick Rosseel hat es wieder verstanden, eine Zirkusshow zu inszenieren, die mit Licht, Musik und Ablauf aus einer bloßen Nummernabfolge ein eindrucksvolles Erlebnis macht. Van der Meyden hat einen hohen Anspruch: Er will den klassischen mit dem modernen Zirkus kombinieren. Ein schwieriges Unterfangen, hat man doch in den vergangenen fünf Jahren das Publikum sehr verwöhnt. Der Weltweihnachtscircus schafft es, den Anspruch des Direktors umzusetzen. Den Zuschauern gefällt's, das merkt man deutlich - nicht nur beim begeisterten Schlußapplaus.
Das Programm beginnt schwungvoll mit einer artistischen Gruppendarbietung am Doppelreck, kombiniert mit dem Schleuderbrett. Die Arbeit in der Luft ist der Schwerpunkt im ersten Teil: strenges Luftballett mit Hilfe der elastischen Stange, zwei Paare aus China, die sich um weit ausholende Spezialschaukeln unter der Zirkuskuppel herumwirbeln. Dazwischen die Pferde: Premierennervosität hat sich auf die schönen Palominos und Friesen übertragen. Aber muß man Pferde unbedingt in die Knie zwingen? Die Leichtigkeit der Präsentation wird damit jäh unterbrochen.
Zwischendrin immer wieder Francesco, der Reprisenclown. Das Publikum braucht Zeit, um sich an ihn zu gewöhnen; manche Späße sind halt allzu bekannt. Mit jedem Auftritt aber wird seine Ausstrahlung stärker, werden Publikum und Clown miteinander warm. Das gipfelt im Schluß, als der Spaßmacher zum Spiel mit der Stimme und den Bällen in einem jungen Mann aus den Logen seinen idealen Partner findet. Nichts sei abgesprochen, alles Zufall, versichern die Beteiligten hinterher.

Im zweiten Programmteil erscheinen bekannte Gesichter: Die lustigen Seelöwen waren mit ihren Lehrern Petra und Roland Düss vor vier Jahren schon einmal da, ebenso wie das russische Tanzpaar Sudarchikovi, das zu Tango und Cha-Cha-Cha x-mal die Kleider wechselt. Wie das geht, rundum einsehbar und in Sekundenschnelle? Das ist ein gut gehütetes Geheimnis. Die Effekte aber sind immer wieder schön - und übrigens bei der Zirkusolympiade in Monte Carlo ebenso ausgezeichnet worden wie manch andere Nummer, die zuvor im Stuttgarter Weltweihnachtscircus zu sehen war.
Nicht zu vergessen die Brüder Pellegrini: Beim Auftritt der tollen Kerle aus Italien geht lautes Raunen durchs weibliche Publikum - dagegen kann mancher Sofa-Adonis seinen Bierbauch einpacken. Vier Mann hoch, bietet die Truppe kraftvolle und herrlich anzuschauende Hand-auf-Hand-Akrobatik vom Feinsten. Das Weihnachtsgeschenk des Direktors an die Stuttgarter Frauen, noch zu sehen bis zum 10. Januar.
Text: Der Weltweihnachtscircus ist ein Festmenü für Zirkusfreunde. Es ist angerichtet.

Quelle: Stuttgarter Zeitung
Text: Klaus Wagner



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